WillkommenÜber UnsRoutePlanungStandortBerichteBilderFilmeShopKontaktGästebuchLinks
Asien
Ozeanien
Nord Amerika
Süd Amerika

Kaengaros, Wombats, Outback und traumhafte Straenbde

Hallo liebste Familie, all unsere wunderbaren Freunde, Goenner :) und Vorbeischauende die mal wieder einen Blick auf Patmac werfen.  Ja tatsaechlich, uns gibt es noch. Wir sind am Ende unserer Australienreise und sind nun die letzten Tage unter anderem damit beschaeftigt, euch etwas von unsere Reise und unseren Erlebnissen die wir hier erleben durften, zu erzaehlen.

Singapur war die letzte Station in Asien, was wir mit schwerem Herzen nun definitv verlassen haben. Asien hat uns sehr gefallen, es war ein absolut wahnsinniger Trip von Indien ueber Nepal, China, Mongolei, Russland, Japan und Bali bis hier her nach Singapur. Die ganzen Laender erlebt zu haben, das gibt uns unheimlich Power. Es fuellt uns mit Freude und wir schauen so gerne zurueck. Mitlerweile sind wir schon etwas mehr als 8 Monate unterwegs und manchmal fragt man sich obs denn noch nicht genug ist, manchmal vermissen wir eben unsere Familie und unsere Freunde sehr. Doch irgendwie sind wir im Strudel des Reisens gefangen und wir kommen einfach noch nicht raus. Von dem her werden wir weitergehen und weiterhin Spuren in den Wiesen und Waeldern, Sandduenen und Steinwuesten, Taelern und Bergen, Fluessen und Seen und vor allem auch in den Herzen mancher Menschen, von uns hinterlassen. Es ist einfach zu schoen, vor allem wenns klappt, wenn man nicht krank wird und wenn man die Freude zusammen teilen und erleben kann.

So sind wir also am 14. Okt. auf den Flughafen in Singapur und warteten am Gate auf das Flugzeug welches uns auf den neuen Kontinenten bringen sollte. Zu unserer Ueberraschung stand an unserem Gate die neue Riesenmaschine A380. Puh dachte ich mal wieder. Das fliegen liegt mir nicht so besonders und diese neue Riesenmaschine, der traute ich nicht ganz ueber den Weg. Ich weiss ja nicht wieviel, aber es waren unheimlich viel Passagiere die in das zweistoeckige Monster steigen sollten. In der Maschine ist es auch nicht viel anders als in einem anderen Flugzeug. Doch schaut man aus dem Fenster und sieht diesen riessen Fluegel, erkennt man schnell dass man in einem Monster sitzt.
Die Turbinen des Fluegzeugs sind riessig und doch fast nicht mehr zu hoeren, man merkt nicht mal mehr wenn die Maschine abhebte, alles ist so ruhig, so gar nicht wackelig, fast schon etwas unheimlich. Das Angebot an Essen und Getraenken und an multimedialen Neuigkeiten war unvorstellbar, was wahrscheinlich an Singapore Airlines gelegen hat. Jeder hat sein eigenes Kino vor sich. Man kommt nicht mehr zum schlafen.
Nach 8 Stunden in der Luft sind wir in Sydney sicher gelandet.

Wir hatten uns die ersten Tage mit Tati und Jonas verabredet, zwei Bekannte und Freunde von uns die in Sydney leben. Tati arbeitet fuers WWF und Jonas hat sein eigene Umweltberatungsfirma. Die beiden leben etwas noerdlich von Sydney, in Manly.
Wir beide sind vom Flughafen mit dem Bus an den Hafen gefahren, es war arsche kalt, 18 Grad ;). Von dort aus sind wir mit der Faehre weiter nach Manly. Es war eine sehr schone Begegnung. Wir hatten uns schon lange nicht mehr gesehen und von dem her freuten wir uns richtig, dass es nun endlich mal wieder geklappt hat. Tati und Jonas leben in einem Meerfamilienhaus direkt am Strand. Der Strand (Beach) heisst Freshwater. Absolut Traumhaft. Am naechsten Morgen als wir uns auf den Balkon stellten und das blaue, glasklare Meer direkt vor unseren Fuessen lag, staunten wir net schlecht. Wir waren begeistert und dachten, man was fuer ein Leben hier. Die ersten Surfer machten sich schon auf, die ersten Wellen zu reiten und wir genossen erst mal den Ausblick und ein gutes Fruehstuck zusammen.

Als wir da so sassen, redeten und assen, sind aufeinmal zwei Kakadus auf dem Balkongelaender gelandet. Ein Kakadu ist ein Papagei. Es gibt viele verschieden Arten des Kakadus. Diese hatten weisse Federn und einen gelben Kamm auf dem Kopf. Sie kraechzten laut und wollten Sonnenblumenkerne haben. Jonas hat die beiden schon etwas trainiert, sie picken einem die Kerne aus der Handflaeche. War noch ganz lustig. Etwas spaeter sind auf einmal zwei “Rainbow Lorikeet” auf dem Balkon gelandet. Ein „Rainbow Lorikeet“ ist auch ein Papagei, jedoch ist das Federkleid viel farbiger als das eines Kakadus. Sie sind uns auf die Arme geflogen und haben sich die Sonnenblumenkerne schmecken lassen. Wir waren echt ueberrascht. Wo gibt es denn schon sowas, das einem die Papageie auf den Balkon fliegen. Was fuer ein Morgen dachten wir und genossen den frischen Wind, das glasklare blaue Meer unter unseren Fuessen und die farbenfrohen, lebhaften Besucher.
Die naechsten Tage waren fuer uns sehr relaxed, Fruehstuecken, Papageie fuettern, sich Gedanken machen was wir denn ueberhaupt hier in Australien machen wollten, die Treppen runter an den weissen Sandstrand latschen, ins glasklare Wasser springen, auch wenns ein bischen kalt war, sich von der Sonne trocknen lassen, am Abend was feines zusammen kochen und ein paar Bierchen zischen.. Hmmm, wir haben es genossen. Wir konnten die Surfboards von Tati und Jonas benutzen und so konnten wir auch ein bischen weiter an unserem Surfstyle, der bisher leider noch kein Style ist, feilen. :)
Nach vier Tagen haben wir uns dann von Tati und Jonas verabschiedet.

Wir hatten uns mit Sylvia verbaredet, die Frau, die wir auf der chinesischen Mauer kennengelernt hatten. Sylvia hat uns eingeladen bei ihr zu wohnen. Da wir sie ja bisher nur eine Stunde in unserem Leben gesehen hatten, waren wir gespannt und hatten ein seltsames Gefuehl, was wohl nun auf uns zukommen wuerde. Sylvia hat zwei Toechter, deren Vater irgendwann einfach mal abgehauen ist und sich nie mehr gemeldet hat.

Sie ist in den letzten Jahren an Brustkrbes erkrankt. Sie macht nun so krasse Projekte wie ueber die ganze chinesische Mauer zu latschen, durch Sandstuerme und Wuesten, manchmal zwei drei Tage ohne Wasser, mit einem Esel umherziehend, einfach ziemlich abgefahren. Wirklich eine sehr interessante Frau. Mit diesen Aktionen wollte sie Geld fuer Brustkrebserkrankte sammeln die kein Geld fuer eine Behandlung haben. Leider ist diese Sammelaktion fehlgeschlagen.
Wie es halt immer so ist gibt es auch immer wieder Probleme wenn man solche Projekte startet. Und so hat sie auch einiges an Problemchen mit allen moeglichen Leuten und Konkurentinnen mit denen sie sich mehr rumschlagen muss als es ihr lieb ist. Schade dass es bei solchen Sachen auch Konkurenten gibt. Nicht mal hier wird zusammengearbeitet. Es ist nicht einfach.

Sie musste aus ihrer Reise zurueckkehren, da der Krebs wahrscheinlich zureuckgekehrt ist. So lebt sie nun in Lindfield bei einer alten Bekannten, Hitomi, im Haus. Hitomi ist Japanerin. Sie ist Musikerin und Musiklehrerin. Ihr Mann, Roger, ist etwas eingeschraenkt. Er hat einen absolut kleinen IQ. Er ist 46 Jahre jung, ist aber wie ein kleiner Junge. Am Anfang ist er uns noch absolut schraeg reingefahren. Die beiden haben einen Sohn, Yamato. Yamato behandelt seinen Vater von oben herab. Er ist 12 Jahre doch er nutzt die Eingeschraenktheit seines Vaters aus und erpresst ihn und nimmt kein Blatt vor den Mund was sexistische Worte angeht. Yamato geht auf eine Montesori Schule die von der Mutter bezahlt wird. Roger war Baecker. Nun hat er keinen Job mehr und findet auch keinen. Niemand hilft ihm. Die Agenturen sagen immer nur, keine freien Stellen. Naja, er moechte gerne eine Reikie Praxis, hinten im Haus zwischen seinem Lieblingsplatz, und Wolfi, dem Hundi, der uns auch erst mal sehr hysterisch und aufgewuehlt an die Beine gesprungen ist, aufmachen. Wolfi on the bed… Wolfi on the bed, sind die Worte Rogers. Es ist nicht zu beschreiben doch es ist etwas ganz ausergewoehnliches dem wir hier begegnet sind. 

Reikie ist eine natuerliche Heiltherapie. Es werden dabei die Energien des Universums in uns erweckt und dadurch die Beschwerden geheilt. (So ungefaehr) :)

Ausserdenen lebt eine weitere Japanerin mit ihren zwei Kindern, Lucie und Luke, im Haus. Sie wurden von ihrem kroatischen Mann in den Wind gesetzt und hat gerade so ziemlich einiges zu tun um das Leben in den Griff zu bekommen.

Mit dazu kommt noch eine weitere Japanerin, die sich fuer eine paradisische, einmalige und die einzige japanische Salzataenzerin haelt, die Kopf ueber Fuss in ihren Muskeltrainer verliebt ist und am Abend wild  durch die Kueche tanzt.

Es kommen immer wieder japanische Studenten in das Haus die die Kueche benutzen und Roger der darf alles abwaschen.

Roger ist die Arme Sau hier. Hitomi hat ein Abkommen mit ihm geschlossen. Roger muss die Waesche machen, das Geschirr im Haus spuehlen und putzen. Dafuer darf er Nachts, in seinem Sessel, der ihm von seiner Mutter vererbt wurde, seine Videos und DVDs ankucken. Und das die ganze Nacht. Roger schlaeft fasst nie. Er sieht auch dementsprechend aus, hat Probleme mit seinen Augen, doch er liebt seine Videos. Er ist ein absoluter Kenner vieler Filme und er liebt es darueber zu sprechen. Die meisten Leute die hier ins Haus kommen behandeln Roger einfach nicht normal. Manchmal verkrampft er sich beim spuehlen, ich sehe es ihm richtig an dass er gerne anders waere, dass ihn sein Sohn aktzeptieren wuerde, dass ihn seine Frau lieben wuerde. Doch leider ist alles nur eine Zweckgemeinschaft ohne die Roger leider nicht leben kann, er wuerde auf der Strasse landen. Es ist so krass.

Am Anfang war das fuer uns der Schock. Wir kamen da rein, Roger war Bleich und hat uns gleich ueber sein Filmchen zugelabert und ob wir das und jenes kennen, Yamato und seine schwarzen Augenraender haben uns begruesst und er hat seine Augenlieder, die blutdurchflossen waren ueber die Augen gelegt und ist vor uns rumgehuepft. Wahhh.. Und dazu ist Akimi die tanzende Japanerin in einem Salzaschritt durch die Kueche getanzt und im Hintergrund hat Lucie geschrien und ist am Rockzipfel ihrer Mutter gehangen und der einsame Kanarienvogel der im Hausflur steht hat dazu seine schraegen Liedchen gepfiffen.

Sylvia hat uns nicht vorgewarnt und wir waren nach den ruhigen Tagen, einfach kurz ueberwaeltigt. Doch wie es immer so schoen ist, frei sein fuer das Unbekannte, so haben wir uns absolut in dieses Chaos Haus eingelebt. Mitlerweile lieben sie uns. Sie wollen, dass wir fuer immer bleiben. Naja, Roger hat endlich jemand gefunden der ihn wie ein Mensch behandelt. Ich unterstuetze ihn beim Abwasch, was ihn fast aus den Socken gehauen hat. Er war so gluecklich als ich ihm geholfen habe. Ich kann das nicht beschreiben. Es ist ein wirklich verrueckte Familie und doch haben wir sie so schnell in unser Herzen geschlossen. Wir gehoeren zur Familie. Wir duerfen alles machen, wir sind frei hier, es ist einfach so herzlich und auf der anderen Seite so schraeg.

Wir haben dort gleich mehr als eine Woche verbracht. Roger hat uns bekocht mit Cookies und Scones, mit Silvia haben wir unendliche Gespraeche gefuehrt, ich habe das klassische Haus mal mit ein paar Blueseinlagen am Klavier aufgepeppt -was die ganze Mannschaft unheimlich cool fand- wir beide haben fuers ganze Haus mal ne Pizza, Salate und alles moegliche gekocht, sie konnten es nicht fassen dass das jemand fuer sie machte, dass wir auch noch den Teig selber machten, war dann der Abschuss. Es war unglaublich diese erste Woche bei der schrecklich netten Familie. Wir sind total gerne bei ihnen.

Pat und ich hatten unter anderm hier die Moeglichkeit unsere Gedanken zu vertiefen, was wir denn nun eigentlich machen wollten in Australien.

An einem Tag haben wir mit Sylvia einen Ausflug in den National Park “Blue Mountains” gemacht. Das war auch wirklich sehr schoen. Die Blue Montains sind Cliffs, an denen frueher schon oefter mal das Meer rauf und runter geschwappt ist. Heute stuertzen hohe Wasserfaelle in die Schluchten und man kann absolut schoene Wanderungen durch diese steilen Cliffs machen.

Irgendwann haben wir uns dann zusammengenommen und einen kleinen groben Plan fuer unseren weiteren Weg in Australien ausgearbeitet. Wir haben uns entschieden einen Campervan zu mieten und das war fuer uns auch die Beste Variante. Mit diesem werden wir eine kleine Tour in den Sueden Australiens unternehmen. Wir hatten Glueck und der guenstigste Vermieter eines Vans hat sogar nur zwei Ortschaften weg von Lindfield gelebt. So haben wir uns eines Abends mal die Vans angeschaut und haben mit Dirk dann abgemacht, dass wir am naechsten Samstag den Camper fuer die naechsten 5 Wochen ausleihen werden. Dirk war vom Preis her der guenstigste. Vielleicht lag es daran, dass der Bus schon 470.000 km drauf hatte, die Bremsen nicht mehr so gut waren, die Reifen kein Profil mehr hatten und der Gaskocher den er uns mitgegeben hatte, mich fast in die Luft sprengte.

Naja, es war gebongt, wir haben den Bus abgeholt und sind erst mal einkaufen gegangen. Haben uns mit allem Moeglichem eingedeckt, was man so zum Leben braucht. Am Sonntag morgen haben wir uns dann von Sylvia, Roger und der ganzen Familie verabschiedet. Sie freuten sich alle schon wieder auf den Tag an dem wir zurueckkehren wuerden. See you later, waren die letzten Worte und wir beide pfupferten los in Richtung Sueden zum Royal National Park.

Hier in Austraien ist es echt der Wahnsinn wieviele National Parks es gibt. Ueberall der Kueste entlang gibt es Nationalparks. An der Kuste von Sydney nach Melborne gibt es die kuehlen Regenwaelder. Es besteht kein tropisches Klima und trotzdem wachsen die verruecktesten Dschungel an diesem Kuestenstreifen. In den Nationalparks gibt es ueberall die best ausgebauten Wanderpfade denen wir jemals begegnet sind. Das ist der Hammer wie hier alles ausgebaut ist. Du faehrst hier irgendwo 40 km tief in den Regenwald auf absolut schlechten Strassen. Du denkst es geht nicht mehr weiter. Doch du kannst sicher sein, dass du am Ende dieser Piste noch auf frisches Klopapier stoesst. Das ist echt Wahnsinn. Die oeffentlichen Infrastrukturen sind einmalig ausgebaut und werden einmalig betrieben. So was hat man noch nirgendwo gesehen. Die Wanderungen sind alle bestens ausgeschildert es ist wirklich sehr einfach und bequem die Landschaft und die Regenwaelder Australiens zu entdecken.

Ja, so sind wir an der Kueste entlang in Richtung Melbourne gefahren. Wir haben es genossen mit unserm Bus durch die Gegend zu flitzen, an den schoensten Plaetzchen anhalten zu koennen, dort was gutes zu kochen und das Nachtlager aufzuschlagen. Es ist hier eigentlich kein Problem seinen Bus irgendwo hinzustellen und zu uebernachten. Ueberall an den Straenden trifft man zwar auf Schilder, die einem das Campieren strickt untersagen aber irgendwie kuemmerts keinen und es gehoert einfach zu diesem Land.

Faerht man der Kueste entlang ist es nicht fassbar, was fuer tolle Straende man antrifft. Irgendwann hatten wir schon fast ne kleine Ueberdosis an Strand. Du faehrst schaust aus dem Fenster, wow, ein wunderbarer Strand. Anhalten, baden, ein Foto machen oder sollen wir gleich hier bleiben? Einen Huegel weiter vorne kam der naechste Traumstrand. Soviel wundervolle Straende haben wir beide noch nicht gesehen. Ein bischen ausserhalb von Sydney wird es ja auch schon etwas weniger mit der Bevoelkerung und man hat kilometerlange Straende fuer sich alleine. Es ist absolut wunderbar.

Manchmal haben wir wieder mal einen Abstecher, weg von der Kueste, ins Landesinnere gemacht. Unter anderem waren wir da mal im Kaenguru Valley. Ein wirklich absolut idylisches Tal. Es ist hier nichts los. Das Land ist so riessengross und die Farmer hier haben Farmen, die  kurz mal 300km lang und auch so breit sind. Es ist nicht vorstellbar. Im Kaenguru Valley gab es eben auch ein paar Farmer, ein paar kleine Doerfchen, schoene Wiesen und Huegel und eben Kaengurus. Die sind uns hier das erste mal begegnet. Es ist wirklich mal was anderes wilde Kaengurus durch die Gegend huepfen zu sehen. Sie treten meist in groesseren Gruppen auf. Die Maenner sind ziemlich grosse Kerle und man muss schon etwas aufpassen dass man ihnen nicht zu Nahe kommt. In der Regel hauen sie ab doch an manchen Orten haben die Tiere keine Scheu und manchmal werden sie sogar richtig frech. Auf jedenfall war es fuer uns mal richtig schoen in der Abenddaemmerung hier im Kaenguru Valley die ersten Tierchen anzutreffen.

Als wir unseren Campground aufgesucht haben sind wir sogar schon den ersten Wombats begegnet. Ein Wombat habe ich auch noch nie vorher in meinem Leben gesehen. Es ist eine Art Meerschweinchen, nur fast so gross wir eine Sau, mit absolut runzelliger Haut. Es graebt sich irgendwo Loecher in denen es schlaeft und seinen Nachwuchs aufzieht und in der Nacht kommt es raus und frisst gerne Gras. Nach dem kochen haben wir ueberall um uns herum das schmazen der Wombats gehoert. Es war so lustig diesen Tieren zu begegnen. In der Nacht hat aufeinmal unser Bus kraeftig gewackelt. Zuerst wussten wir nicht was das denn ist. Schliesslich haben wir gesehen das sich unter dem Auto ein Wombat verkrochen hatte, der seinen Koerper an unserem Auto kratzt. So ging das dann die ganze Nacht. Schmatz schmatz und kratz kratz, wackel wackel. Wir haben es genossen, die Stille dieses Tales, das Heulen der Eulen, das rauschen der Blaetter in den Baeumen. Ach, war einfach herrlich. Am naechsten Morgen sind wir beide noch ein bischen rumgelatscht um die Gegend noch etwas zu erkunden. Ploetzlich haben wir auf einer Wiese des Campgrounds einen Wombat gesehen. Wir haben uns rangeschlichen und irgendwie scheint er uns nicht gehoert und gerochen zu haben. Als wir ganz nah waren hat er geschnuppert doch er hat nix gerochen, er hat weitergefressen. Seine Augen waren zugekniffen und es scheint als koennte er nicht so gut bei Tageslicht sehen. So konnten wir ein paar Bilder dieses ausergewoehnlichen Erdenbewohners machen.

Nach dem Kaenguru Valley sind wir wieder zurueck an die Kueste, an die wunderbare Kueste. Es ist echt schoen was fuer unterschiedliche Landschaften man in Australien begegnet. Die Regenwaelder, die herrlichen aelpischen Gegenden, die uns an unser Zuhause erinnert haben und die dramatischen Kuestenabschnitte, die einen immer wieder faszinieren. Haben wir irgendwo an der Kueste im Regenwald am Strand geschlafen sind uns oft auch Kaengurus und Walabis begegnet. Das waren immer ganz witzige Begegnungen. Den Tieren beim umherspringen zuzuschauen ist absolut lustig. Wenn die Muetter ihre kleinen noch im Beutel haben, sieht das Ganze dazu noch ziemlich anstrengend aus. Die kleinen die liegen irgendwie kreuz und quer im Beutel. Sie sind immer neugierig und schauen raus wenns was Neues vor bem Beutel zu entdecken gibt.

Walabi ist eine Art der vielen Arten von Kaengurus. Walabi ist etwas kleiner und hat einwenig ein orangenes Fell. Denen sind wir an der Kueste auch oft begegnet. Das ist so anders hier. Es gibt soviele unterschiedliche Tiere die hier um einen herumspringen, herumfliegen, herumkrabbeln und herumschwimmen. Man kann es nicht fassen wieviele Vogelarten es gibt. In diesen Regenwaeldern und an den Straenden sind wir so vielen schoenen Voegeln begegnet. Ich weiss nicht und kann sie auch nicht alle benamsen. Es waren sicher 40ig verschiedene Voegel die wir beobachten konnten. Und all die Papageie. Der Australien Magpie war meist der Neugierigste Vogel. Er kam immer her und wollte was zu fressen. Dieser hat uns etwas an unsere Elster erinnert. Er hat ein schwarz weisses Gefieder und einen spitzen Schnabel mit denen er der andere Vogelgemeinschaft manchmal ziemlich gefaehrlich werden kann. Die Magpies und all die anderen Voegel waren gerade bei der Aufzucht ihrer Jungen. Um uns herum hat es staendig gezwitschert und gepfiffen. Das war der Hammer. So viele unterschiedliche Gesaenge die hier durch die Luft saussen. Eines der krassesten Lieder singt der Kookaburra. Lachender Hans, wird er glaube ich in deutschsprachigem Raum genannt. Er lacht sich einen ab um sein Revier zu markieren. Es hoert sich fast so an als wuerde ein Schimpanse im Baumsitzen und losbruellen "ooaauu". Echt krass. Einmal jedoch, haben wir ihn auf einen Baum sitzen gesehen und er hat ein unglaublich schoenes Lied gesungen. Er hat seinen Kopf nach hinten gelegt, hat den Schnabel geoeffnet und hat gesungen wie ein, wie soll ich sagen, so was haben wir vorher noch nie gehoert, wie ein Opernsaenger. Er hat seinen Kopf dazu bewegt, absolut spitzenmaessig.

Ausser den vielen Tieren an Land, konnten wir immer wieder vom Strand aus Wale beobachten, die gerade mit ihren Jungen, unterwegs in die Antarktis, an uns vorbeizogen. Ja, das hat uns hier echt mal wieder umgehauen. Die Natur, die wunderbaren Waelder, die Schluchten mit ihren faszinierenden Wasserfaellen die es hier so zahlreich gibt, die Straende, all die wunderbaren Tiere denen man Tag ein Tag aus, staendig begegnet, die wunderbaren Himmel an den Abenden wenn die Sonne verschwindet, die sind einfach nur einmalig hier.

So sind wir weitergefahren, an Melbourne vorbei, in Richtung Adelaide. Nach Melbourne kommt man irgendwann mal zu den beruehmten 12 Apostels. Die 12 Apostels sind Gesteinsbrocken im Meer die von der Errodierung des Wassers, bisher verschont geblieben sind. Um sie herum hat das Wasser den Stein wegerrodiert und die Apostels zurueckgelassen. Es sieht noch ganz ueberwaeltigend aus, jedoch ist es auch eine der groessten Touristenattraktionen hier im Lande. An dieser Kueste weiter sind wir dann noch an der London Bridge, das ist auch eine Steinformation im Wasser, die bisher noch von den Winden und den ranpreschenden Wellen halbwegs zurueckgelassen wurde. Doch es ist nur eine Frage der Zeit bis all diese Steine im Wasser verschwunden sind.

Zwischen Melbourne und Adelaide haben haben wir wieder unzaehlige Straende gesehen, einige Regenwaelder besucht, immer wieder mal ein paar nette Touristen getroffen, unter anderem Rony und Celina. Die beiden haben wir an einem wunderbaren Ausblick am Nachmittag getroffen, wir sind dann einfach haengen geblieben da die beiden einfach ganz nette Menschen waren, mit denen wir viel gequatscht und einfach spontan den einen Tag zusammen verbracht haben.

300km vor Adelaide sind wir noch in den Grampiens Nationalpark. Es handelt sich dabei um Berge die aufeinmal auch mitten im Nirgendwo auftauchen und ein Gebirge darstellen. Dort haben wir auch zwei herrliche Tage verbracht mit den schoensten Uebernachtungsplaetzen und einigen Kaengurus. Im Grampiens waren wir auch im Aborigini Kulture Center. Leider gibt es hier in dieser Gegend einfach nur noch Kultur Center von dieser Kultur. Die Geschichte der Aboriginis ist leider auch eine traurige. Wie so oft bzw. wie immer, ist der weisse Mann irgendwann mal gekommen, hat Land gesehen und es zu seinem Land erklaert. Die Menschen die im Land, tausende Jahre lebten wurden sozusagen entlandet. Ab sofort is es unser Land. Es ist ueberall daselbe auf dem Planeten. Heute wird versucht ein Teil des Landes den Aboriginis wieder zurueckzugeben. Doch es gibt grosse Probleme. Die Weissen die nun schon wieder hundert Jahre auf dem Land lebten und Landwirtschaft betreiben, wollen nicht abgeben und fuer die meisten Aboriginis ist es schwierig wieder in den alten Lebensrhytmus einzutauchen. Es ist wie so oft ein Dilemma. Wir machen soviel kaputt doch das Rad laeuft weiter, es geht nicht zurueck, viele wollen es wieder rueckgaengig machen doch es ist schwierig. Viele Enden im Alkohol, und im Lebensfrust. Leider sind wir auf dieser Reise auf keine Aboriginis getroffen. Dazu haetten wir wahrscheinlich den Norden bereissen muessen. Uns haette das Gefallen, auch mehr ueber ihre Religion, die “Traumzeit” zu erfahren.

Von Adelaide aus sind wir weiter in Richtung Broken Hill gefahren. Unterwegs im Outback sind wir in einer ehemaligen Minenstadt auf Marty gestossen. Marty war ein lustiger Mann mit einer Gitarre unterm Arm. Er ist schon seit drei Jahren unterwegs, seine Heimat Australien kennenzulernen, nachdem er seine Frau und sein Kinder verlassen hat. Er verdient sich die Broetchen mit seiner Musik, die er an der Strasse den Leuten praesentiert. Wir haben uns mit Marty gleich gut verstanden und wir beide haben uns in einer Jamsession wiedergefunden. Da Marty mit Open Tuning spielt, ist er ein ziemlicher Slide Mensch und Blues Spezialist  gewesen. Ich habe meine Maultrommel ausgepackt und wir haben dem froehlichen Nachmittag entgegengejamt. Sein Song ueber das Krokodil, das ihn nachts aus dem Zelt holen und ihn auffressen will, hat uns echt gut gefallen und die Mundwinkel nach oben huepfen lassen. Immer wieder machten wir ne Pause um zu quatschen und irgendwann haben wir uns wieder in der Musik gefunden. Sylvia hat uns die Gitarre ihrer Tochter mitgegeben, wir sind ihr sehr dankbar dafuer gewesen. So konnten wir auch mit zwei Gitarren jammen. Australien hat mich musikalisch sehr inspiriert und ich konnte einige Songs schreiben. Den einen oder anderen habe ich auch mal mit Marty durchgejamt. Es ist ganz gut wenn ein weiterer Gittariero dazukommt, der seine eigenen Ideen in deine eigenen Ideen miteinfliessen laesst. Irgendwann haben wir uns von Marty verabschiedet. Es war eine wunderbare Begegnung, so unwirklich, so zufaellig und doch einfach sehr schoen.

Von dieser Stadt aus sind wir weiter gefahren durch ewige Kornfelder hindurch. So was haben wir auch noch nie gesehen. So weit das Auge reichte war Korn angebaut. Wir fuhren hunderte Kilometer nur durch dieser Felder. Wir fragten uns wer denn all das Korn in Australien essen soll, das ist unmoeglich. Hier leben schliesslich nur rund 22 Mio Menschen. Oder wird das Zeug noch Exportiert? Wir konnten uns nicht vorstellen bei dieser Menge an Korn, dass jeden Tag soviele Menschen auf dem Planeten an Hunger sterben muessen.

Naja, irgendwann sind wir dann in Broken Hill angekommen. Broken Hill ist auch ne Minenstadt und die Leute dort haben nach Silber gegraben und graben heute immer noch. Die Mine hier ist einfach riessen gross. Die Stadt liegt soweit weg von irgendwo doch in ihr leben immerhin 22.000 Leute. Wir fragten uns schon wie man denn nur hier Leben kann. Als wir einen Muenchner trafen, der hier schon seit ein paar Jahren lebte staunten wir nicht schlecht. Ich habe ihn gefragt was ihn denn dazu veranlasst hat hier zu wohnen. Seine Frau meinte er. Er war auf reisen durch Australien und ist hier in Broken Hill haengen geblieben. Die Stadt ansich bietet ihren Bewohnern alles moeglich an Aktivitaeten an. Es gibt einen Sportplatz, Tennisplatz, Bowlingplatz, Rugbyplatz und einiges mehr. Haja, fuer die, die das moegen is es OK. Es ist so unrealistisch. Man fahert durch das Wuestenland und aufeinmal steht man in einer Stadt, in der es Rasen gibt, Baume gibt und Pflanzen gibt. Die Stadt wird mit einer Pipline mit Wasser versorgt, nur so ist es moeglich hier zu leben. Wir sind nicht lange in Broken Hill geblieben, es hat uns nichts gehalten, laenger zu bleiben. Eine Wanderung durchs little Dessert haben wir noch gemacht und sind einigen Kaengurus begegnet.

Unser naechstes Ziel war Silverton. Silverton liegt im absoluten Niemandsland und diente bisher als Filmkulisse fuer einige ganz bekannte Filme. In Silverton wurde unter anderem “Mad Max 2” und “a town like alice” gedreht. Silverton, ueberall liegen Schrottautos rum, die Hauser sind am verfallen und es leben nur wenige Menschen hier draussen. Die einzigen die hier her ziehen sind ein paar Kuenstler, die ihre Inspiration im Nirgendwo finden und die Abgeschiedenheit und das zurueckgezogene Leben, dem Stadtleben vorziehen. Frueher war es auch eine Minenstadt, bevor Broken Hill entdeckt wurde und alle dorthin zogen. Wir fuhren durch das Kaff und sind dann tatsaechlich auf das Silverton Hotel gestossen. Vor dem Hotel steht noch eine nachgebaute Karre von Mad Max 2 und um das Dorf herum findet man noch irgendwelche Schrottteile, die bei den Filmaufnahmen da einfach liegengeblieben sind. Am Hotel hat uns ein alter baertiger Mann begruesst und wilkommen geheissen. Er hat uns zu einem Bier eingeladen. Es war ein lustiger Kerl, er hat uns ueber sein Leben erzaehlt, seine Reisen und seine Probleme mit seinen Frauen. Irgendwie wars so richtig Urig in der Kneipe, ueberall hingen die Bilder von den Filmaufnahmen die hier schon alle gedreht wurden. Der Nachmittag wurde lang, denn der nette Alte Herr, dessen Name ich nie erfahren habe, hat mich zu weiteren 6 oder 7 Bierchen eingeladen. So war die Stimmung ganz gut doch leider hatte er sich irgendwann mit der Frau hinterm Tresen in die Haare gekriegt, bis sie schliesslich kein Bier mehr ausschenkte. Ok,  war wohl besser, schliesslich war er mit dem Auto unterwegs und wir ja auch. Wir beide sind an diesem Abend noch raus in die tiefe Wueste gefahren auf das Mundi Mundi Plain und haben uns im Nirgendwo einen wunderbaren Platz zum schlafen gesucht. Es war fantastisch. Die Wueste reicht so ewigs weit. Man kann soweit schauen, es ist unglaublich. Die Sonne hat an diesem Abend bei ihrem Untergang mal wieder alle Register gezogen. Ein traumhafter Himmel mit sovielen Farben. Dieser Himmel in Australien hat mich zu einem weiteren Song inspiriert. Wer weiss, vielleicht bekommt ihr mal den einen oder den andern Song zu hoeren, vielleicht auch nicht.

So mussten wir die naechsten Tage durch wildes Land fahren. Es gab weit und breit ueberhaupt nichts ausser der typischen roten Erde und dem Bush. Der Bush bestand hier aus irgendwelchen Straeuchern und Bueschen oder einfach aus Sand und Gestein. Wir fuhren und fuhren und ploetzlich bemerkten wir einen Emu im Bush. Wow, was fuer ein schoenes Tier. Wir haben auf dieser Strecke noch einige Emus gesehen. Leider auch einige Totgefahrene. Das ist hier in Australien eh ziemlich krass. Die Strassen sind zum Teil uebersaeht mit toten Kaengurus, Walabis, Emus, Voegel und Eidechsen. Manchmal ist es wirklich so schlimm dass man die Fenster schliessen muss um dem Gestank der verwesenden Tiere zu entkommen. Wir stellten uns die Frage wer denn wohl hier gefaehrlicher ist, in diesem Land der gefaehrlichen Tiere. Der Mensch oder die Tiere. Also wir waren einer Meinung, der Mensch ist hier gefaehrlicher als die Tiere. Um den giftigen Spinnen zu begegnen oder einer giftigen Schlange auf den Kopf zu treten brauchts schon auch echt etwas Pech. Es kommen so wenige Menschen hier ums leben durch einen Schlangenbiss oder einen Spinnenbiss. Doch auf den Strassen hier sterben jeden Abend hunderte Kaenguru und andere Tiere. In Australien gibt es diese beruechtigten Road Trains. Das sind Hammer grosse LKWs. Die sind uebergross. Die Dinger die geben halt einmal Gas wenn sie die Karre in Bewegung setzen und das naechste mal bremsen ist erst angesagt, wenn der Fahrer pissen muss. Doch wegen den niedlichen Tierchen auf den Strassen lohnt sich ein Bremsen nicht. Ich kann das schon verstehen. Hier huepfen Nachts ewig viele Kaenguru herum und wenn dieser jedesmal bremsen muesste so kaeme er nirgendwo hin. Bis der Schlepper in Bewegung ist dauerts mal ne Weile und zum bremsen brauchen die Kerle auch ne Weile, es ist quasi unmoeglich den neugierigen Kaenguru auszuweichen, die auf der Strasse sitzen und ins Autolicht starren. So werden sie einfach von der Strasse geschossen. Die ganzen Kraehen und Adler freuen sich und sie lauern schon an den Telefonmaesten, bis das naechste Tier in den Bush frisch ueberfahren reingeschleudert wird.

Appropo gefaehrlichen Tierchen, auf dieser Strecke hat Patricia eines Abends eine Schatten in unserem Bus verschwinden sehen. Sie war sich sicher, dass es eine grosse Spinne gewesen sein muss. Ich hab das Biest leider nicht gesehen und konnte mir von dem her nur irgendwelche Vorstellungen darueber machen. Naja, und was man sich dann alles so vorstellt ist dann einfach ziemlich unheimlich und wir beide sind doch aufeinmal ziemlich aengstlich im Bus umhergekrochen. Schliesslich koennte es sich um eine dicke Mousespider oder ne Red Back Spider handeln.  Wir haben die Ganzen Loecher in der Karosserie mit Papier zugestopft, wir dachten sie muss sich irgendwo darin verkrochen haben. Ich habe dann beschlossen, die Spinne heisst ab sofort Mathilda. Mit diesem Namen dachten wir, dass die naechste Begegnung angenehmer werden wuerde. Irgendwann, als wir in der Wueste mal stoppten, weil unser aufklappbares Dach fast vom Bus gerissen wurde, habe ich Mathilda gesehen. Ein kurzer Aufschrei und dann ne ruck zuck Bewegung aus meinem Handgelenk, bevor sie wieder in einem Loch verschwinden konnte, hat sie aus dem Bus katapultiert. Am Boden gelandet, konnten wir sie dann noch anschauen. Es handelte sich, wie wir spaeter in White Cliffs rausegefunden haben, um eine Huntsman, (Jaegerspinne) nicht zu sehr giftig, kann aber auch beissen, sind anscheinend ziemlich agressiv drauf. Ziemlich behart und nen mittelgrossen Koerper mit grossen Beisserchen. Puh, wir waren auf jeden Fall froh, dass Mathilda weg war, doch wir wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass sich eine weitere im Bus verkrochen hatte, die uns auch nochmal ziemlich einen Schrecken eingejagt hat.

Eines Tages haben wir dann einen weiteren Abstecher in der Wueste nach White Cliffs gemacht. White Cliffs, dort sind schon einige Maenner in ihren Minen auf der Suche nach dem wertvollen und so wunderbaren Opalen, arm und alt geworden. Das ganze Gebiet sieht aus wie wenn riessen Sandwuermer im Boden leben wuerden. Soweit das Auge reicht sind Minenschaechte gegraben. Die Entstehungsgeschichte von Opal liegt ueber 100 Millionen Jahre zurueck. Wer etwas mehr ueber die Entstehung von Opal nachlesen moechte, kann ja mal dem folgenden Link folgen. http://www.dieopalschleifer.de/html/einfuehrung.html
Wie auch immer, wir beide sind in den White Cliffs auf Carmel und Barry gestossen. Zwei absolut gute Menschen. Carmel und Barry fanden uns sehr lustig und shympatisch. Sie haben uns einiges ueber Opale und ihre Geschichte erklaert.

Barry hat uns dann guetigerweise in seine Mine mitgenommen. Die liegt direkt vor seiner Huette. Das Loch geht 45 Fuss in den Boden und unten hat er weiter in die verschiedenen Richtungen gegraben. Barry hat soviel erzaehlt und es war absolut interessant, welche Gesteinsschichten da unten alles anzutreffen waren, wo ein Flussbett ist, dass man gerade wahrscheinlich unter einem See steht, usw. Ich habe versucht mir vorsustellen wie es da wohl vor ueber hundert Millionen Jahren ausgesehen haben muss. Es war absolut faszinierend was Barry alles erzaehlt hat und mich hats echt angesteckt mitzusuchen. So habe ich Barry gefragt, ob ich ihm ein paar Tage helfen kann, mit einem Schlaghammer durch die Geschichte der Erde nach Opalen zu graben. Barry musste laut auflachen, er war ueberrascht, hat mich aber gleich herzlich bei meiner neuen Arbeit als Minoer begruesst. So bin ich kurzer Hand nach oben hab meine dicken Wanderschuhe angezogen, bin wieder den Schacht hiuntergeklettert und habe mit Barry gehaemmert und gesucht, geredet und geschwitzt, waehrend es sich Patricia und Carmel oben in der Huette gemuetlich gemacht haben und sich einiges zu erzaehlen hatten.

Wir haben uns alle verdammt gut miteinander verstanden. Barry war als 19 jaehriger in Vietnam als Tunnelratte eingesetzt. Spricht man ihn heute drauf an spuehrt man richtig wie seine Lippen anfangen zu zucken und ihn diese Gedanken zurueck ziemlich frustrieren. Sie bekamen damals die ganze Dusche von Agent Orange im Dschungel mit all den Einheimischen ab und er fragt sich einfach nur noch fuer was das alles war, er hat die absolute Sinnlosigkeit erkannt.

Krieg, was soll dieser Scheiss. Niemand gewinnt, alle verlieren.

Barry hat angefangen nach Opalen zu suchen, da er dabei die Zeit im Vietnam Krieg versucht zu verarbeiten.
Das mit der Opal Suche ist so ne Sache. Man weiss nicht wo er ist. Man graebt ein Loch und man graebt und graebt und vielleicht graebt man 10 cm neben einem wunderbaren Pinapple (Ananas), so heissen die schoensten Steine, dran vorbei. Das ist echt der Hammer. Manche graben Jahre und finden nichts. Barry hatte die letzten Jahre ein riessen Glueck und er hat ueber 10 Pinappels gefunden. Er hat alle in ehemaligen Flussbetten gefunden. Er wird hier in den White Cliffs auch der “Opal Koenig” genannt. Pinappels deshalb, weil diese 10cm im Durchmesser grossen Steine, eine Oberflachenstruktur wie eine Ananas haben.

Diese Steine verkauft Barry zwischen 45.000-120.000 Euro. Naja, er hat sie bisher noch nicht verkauft. Deshalb an alle Patmac Leser. Sollte einer von Euch Interesse haben sich mal ein Opal zu kaufen anstatt ein Haus zu bauen, :) gebt uns bescheid, wir stellen den Kontakt zu Barry her. Wir haben ne kleine Information zusammengestellt, die ihr Euch bei Interesse runterladen koennt. Darin findet ihr die Steine und die Preise. Zum Teil sind sie noch nicht vollstaendig gereinigt. Barry hatte leider keine anderen Fotos parat. “Opalinformation zum downloaden”.

Bei den beiden haben wir dann einige Tage verbracht. Sie waren so gastfreundlich, wir waren wie eine Familie, wir haben soviel geredet, Carmel ist ein richtiges Orakel, unglaubliche Frau, einige Biers getrunken, gut zusammen gegessen und einfach eine richtig schoene Zeit miteinander verbracht. Sie haben uns auf eine Barbeque Party mitgenommen, wir haben einfach alles bekommen, wir haben dort die Menschen aus White Cliffs kennengelernt. Es war wunderbar. Soviele unterschiedliche Geschichten, von Menschen die hier raus kamen um nach dem Opal zu suchen. Einfach genial. Einige waren sogar aus Blaubeuren und Otto eine Fotograph der hier lebt kommt aus Stuttgart.

Obwohl White Cliffs so abgelegen ist, total heiss und einfach staubig ist, hat dieser Ort uns ein weiteres mal verzaubert indem er uns gezeigt hat, wie gut wir Menschen doch einfach sein koennen, wenn wir offen dafuer sind um gut sein zu wollen.

Wir sind so dankbar dass wir auf die Beiden gestossen sind. Das sind so wunderbare Begegnungen auf unserer Reise, das sind wirklich unglaubliche Menschen, die keine Angst haben Leute einzuladen, mit ihnen ein paar Tage zu verbringen und sie tief in die Herzen zu schliessen.

Da es hier draussen im Sommer auch locker ueber 45Grad heiss wird, haben sich die Menschen dafuer entschieden ihre Unterkuenfte in den alten Minen einzurichten. Diese Unterkuenfte nennen sie “Dugout” Sie haben die alten Minenloecher zu ihren Wohnungen gemacht, in denen es staendig 21 Grad warm ist. Zum Teil sind die wirklich unglaublich. Bert, auch ein lustiger Mann, der das Stadtleben satt hatte und den wir auf der Barbeque Party kennengelernt hatten, hat uns mal in seinen Dugout eingeladen. Es ist wirklich der Hammer, doch fuer uns beide kommt definitif zu wenig Sonnenlicht in diese Art von Wohnung.

Eines morgens haben wir uns dann von Barry und Carmel verabschiedet. Wir haben uns in unsern Bus gehockt und wussten dass das mal wieder eine unglaubliche, mit einem groesseren Glueck als im Lotto zu gewinnen, Begegnung war.

Wir beide haben uns dann wieder heraus aus dem Outback in die Zivilisation geschafft. Vorbei an Tamworth, der groessten Countrystadt Australiens, sind wird an die Ostkueste nach Port Macquarie gefahren. Wir wollten die letzten Tage noch ein bischen am Meer verbringen, ein bischen relaxen und weiter an unserem Surfstyle feilen. :) Auf dem Rueckweg nach Sydney haben wir einen kurzen Stop in Tuncurry gemacht.

Dort haben wir von der Bruecke aus ein paar Delfine schwimmen sehen. Wir haben angehalten und leider waren sie dem Fluss entlang zurueck ins Meer geschwommen. Wir haben uns auf den Weg gemacht dem Fluss zum Meer zu folgen und aufeinmal waren sie wieder da. Mindestens 20ig Delfine sind aussen im Meer geschwommen. Immer wieder haben sich einige auf den Weg gemacht in die Flussmuendung zu schwimmen. So hatten wir gesessen und haben die wunderbaren Tiere ne schoene Zeit lang bei ihren Spruengen und Spielen beobachten koennen.

Mit Freude im Herzen sind wir so die letzten Tage noch an den schoenen Straenden der Ostkueste abgehangen und haben unter anderem noch Broke und Tom kennengelernt. Die zwei Jungs waren auf Ideensuche fuer neue Lieder unterwegs. Wir haben uns gleich mal wieder gut zusammen auf unserem illegalen Campground eingerichtet und haben zusammen ne lange und bierreiche Jam Nacht am One Mile Beach verbracht. Es war richtig schoen die zwei Jungs zu treffen und mit ihnen Musik zu machen.

So ist es gewesen und so so schnell war auch diese Reise meine liebe Freunde vorbei. Aus den urspruenglich gedachten zwei Wochen wurden halt 8 Wochen. Gerade sind wir schon wieder eine Woche bei Sylvia und Rogers Familie herzlichst aufgenommen. Wir waren die letzten Tage immer wieder mal Sydney anschauen, haben uns mit Adam getroffen, der auch ein verdammt guter Kerl ist und geniessen die letzten Tage noch mit Sylvia, bevor wir nun am Samstag den 6.Dezember weiter nach Neuseeland fliegen werden.

Sylvia hat uns beiden nun die Gitarre geschenkt, was wirklich unglaublich ist und wir beide haben uns hier jetzt auch noch ein wirklich geiles Digeridoo abgecheckt mit der Bedingung, das Instrument bei unserer Heimkehr spielen zu koennen.

So schleppen wir uns nun die naechste Zeit wahrscheinlich unglaublich ab. Wir haben jetzt ja auch noch ein Surfboard zum mitschleppen. Wir wissen nicht wie wir das alles rumschleppen werden aber irgendwie werden wir auch dafuer ne Loesung finden. Frei sein fuer das Rumgeschleppe.

Ja liebste Familie und alle andern die hier fleissig am lesen sind und unsere Reise etwas mitverfolgen. So sieht es bei uns gerade aus. Uns geht es wirklich gut, wir fuehlen uns sehr lebendig und die Gesundheit meint es bisher immer noch gut mit uns. Wir versuchen auch immer gesund zu essen, genug zu pennen und nicht zuviel zu arbeiten. :)

Australien hat uns gefallen. Es gibt auch hier einiges was komisch ist, doch die Natur ist wirklich beraubend, einmalig. Und einige Menschen sind wahrhaft freie Menschen. Das Reisen hier ist fast zu einfach. Ausserdem gibts hier zuviel Mc Donalds. Hat man eine Ortschaft durchquert, ist das naechste Schild nach dem Ortsschild das Mc Donald Schild, "der naechste Mc Donald in 50 km". Na dann, guten Appetit.

So wuenschen wir Euch mal wieder nur das aller Beste, schaut mal wieder in den Himmel und auf Patmac, geniesst die wunderbaren Farben in der Natur, geniesst den Winter, Zeit um mal wieder zur Ruhe zu kommen Zeit um sich endlich fuer einen friedlichen Weg im Leben zu entscheiden.

Machts gut und wie immer unser Motto, bleibt frei fuer das Unbekannte,

Eure beiden Patmac’s.

Was zum anschauen und anhoeren fuer Euch!

Eine patmac Videobotschaft... Sydney Aquarium

 

und ein bisschen Aussie Sound...

Geoffrey Gurrumul Zunupingu

Kristian Benton 

24. Aug. 2010
Patmac Shop

Frei sein fuer den Einkaufsbummel :)

Hier gehts zum shop

19. Juni 2010
Ein paar Bilder der Heimkehr :)

Ein paar Bilder von unserer Heimkehr sind fuer euch online. Viel Spass!

Hier gehts zu den Bildern

08. Apr. 2009
Obwohl wir wieder hier sind; Unterstuetzung ist immer willkommen!

Jegliche Unterstuetzung im Projekt Ural und Patmac ist willkommen :))

Zur Info & dem Sponsoring

Sicher Geld anlegen? :)

Wie waers mit einem Opal, einem Pineapple? Bei Interesse, findet ihr alle Infos im Shop unter Pineapple Opale!

Hier gehst zur Info!

patmac.ch@gmail.com


Fotos, Texte und alle anderen Inhalte auf patmac.ch sind Eigentum von patmac.ch - alle Rechte vorbehalten

Pictures, texts and all other contents of patmac.ch are property of patmac.ch - all rights reserved
                                                

Login